1969

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Die Heimatgemeinde nahm Abschied

In München starb im Alter von 83 Jahren Sigismund Geist

In München starb im Alter von 83 Jahren Sigismund Geist. Der Name Geist ist in Wasserburg und in der Gemeinde Bachmehring aufs beste bekannt. Der Vater des Verstorbenen, Oberlehrer Franz Anton Geist wirkte von 1881 bis 1912 an der Eiselfinger Schule und erwarb sich nicht nur als Schulmann, sondern auch durch seine wissenschaftliche Bestätigung auf den Gebieten der Heimat- und Altertumsforschung großes Ansehen. Mehrere Söhne Geists wanderten nach Amerika aus und einer von ihnen, Professor Dr. h. c. Otto Geist, schuf sich als Paläontologe an der Universität Alaska internationalen Ruf. Er verlor aber nie die Verbindung zur Heimat, wurde bei einem Europaaufenthalt Ehrenbürger der Gemeinde Bachmehring und fand nach seinem Tod wunschgemäß im Eiselfinger Friedhof seine letzte Ruhestätte.

Auch Sigismund Geist, der lange Zeit als Abteilungsleiter im Vogel-Verlag in München ein sehr geschätzter Mitarbeiter war, blieb zeitlebens seiner Heimat treu. Gern weilte er zu Besuch in Wasserburg und versäumte es dann nie, seinen Geburtsort Eiselfing aufzusuchen. Sein liebenswertes, gütiges und aufgeschlossenes Wesen gewann Sigismund Geist viele Freunde, die jetzt um ihn trauern.

Auch bei der Bestattung auf dem Münchner Ostfriedhof war neben den Verwandten ein großer Freundeskreis zugegen. Die Heimatgemeinde Bachmehring war durch Bürgermeister Dallmeier vertreten. Als Vertreter des Münchner Altertumsvereins, dem Geist fast 50 Jahre lang angehört hatte und zu dessen Ehrenmitglied er vor zwei Monaten ernannt wurde, widmete Professor Dr. Blatner dem Heimatgegangenen einen ehrenden Nachruf. Er schilderte Sigismund Geist als einen bescheidenen und stets freundlichen Menschen, der sich stets voller Hilfsbereitschaft zeigte und der ein großes Wissen auf dem Gebiet der Kunst und Geschichte hatte. Still und bescheiden, wie er im Leben war, ist Sigismund Geist, der bis in die allerletzte Zeit hinein auffallend rüstig und von einer geradezu erstaunlichen geistigen Frische war, schnell und unerwartet gestorben. Seine Freunde werden ihm ein stetes Gedenken bewahren. Im Wasserburger Heimathaus werden auch in Zukunft an Sigismund Geist einige von ihm gemachte Stiftungen erinnern, wozu insbesondere das ehemalige Richtbeil des Gerichtes Kling zählt.

Geschrieben von Andreas Mitterrer und Thomas Beham aus der Wasserburger Zeitung vom 14/15 Juni 1969