Wappen der Gemeinde

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Das Gemeindewappen von Eiselfing und seine historischen Hintergrund

Im Jahre 1981 erteilte Regierung von Oberbayern die Zustimmung zur Führung eines Gemeindewappens, das von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns entworfen worden war. Das neue Wappen zeigt im oben geteilten Feld auf silbernem Grund drei durchgehende blaue Rauten und im gespaltenen unteren Feld einen schwarzen Bischhofsstab auf goldenem Grund sowie einen auffliegenden goldenen Falken mit schwarzen Halsband auf blauem Grund. Diese drei Felder mit ihren heraldischen Symbolen weisen weit in die Vergangenheit zurück und bedürfen für Bürger der heutigen Gemeinde einer Erläuterung. Auf die älteste urkundliche Erwähnung Eiselfings in einer Tauschurkunde von 927 weisen der aufsteigende Falke und der Bischhof. Die Urkunde besagt, daß Isolvinga/Eiselfing samt Durrhausen mit allem Grundbesitz, Gebäude und Zehent vom Erzbischhof Odalbert/Adalbert von Salzburg an die edle Frau Rihina übergeht, Rihina oder Rhini war die Schwester des Markgrafen Luitpold des Schyern (gefallen in der Ungarnschlacht bei Preßburg 907) und Ahnfrau des mächtigen Geschlechts der Grafen von Falkenstein. Ihre Stammburg lag in Flintsbach, wo die Burgreste noch heute zu sehen sind, ihre Besitzungen reichten jedoch einst vom Chiemsee über Eiselfing bis zum Tegernsee, von Endorf und Rosenheim bis über Kufstein und Zierl hinaus. In dreifacher Hinsicht mag die Krümme des Bischofsstabes mit den Salzburger Farben Gold-Schwarz ausgelegt werden: Zum einen ist der Salzburger Bischof Tauschpartner der Ahnfrau der Falkensteiner, so dass ins Wappen beide Vertragspartner eingegangen sind. Dabei wäre noch anzumerken, dass besagter Erzbischof Odalbert/Adalbert „gewester“ Gemahl Rihinas/Rhinis war. Damaliger Sitte gemäß zogen sich Herrscher in höherem Alter, nachdem sie ihren weltlichen Dienst erledigt hatten, in Abteien und Domstifte zurück, wobei Odalbert/Adelbert Nachfolger des Erzbischofs Pilgrim von Salzburg wurde. In dieser Eigenschaft nahm er den Gütertausch mit seiner „Ex“-Gemahlin vor, der selbstverständlich nicht nur kirchliche Motive hatte, sondern auch der Abrundung der Herrschaft der eigenen Sippe und Dynastie diente. Welch außerordentliche Bedeutung dem Tausch und seiner Beurkundung zukam, wird aus der Tatsache ersichtlich, daß 72 Grafen, Edle und Freie als Siegler auftreten. Wenige Jahre später erhielt Graf Ottokar, beider Sohn (nach anderen Quellen Schwiegersohn) vom Bischof auch die Kirche von Eiselfing samt Zehent. Zum zweiten mag der Bischofsstab mit den Salzburger Landesfarben auf die jahrhundertelange kirchliche Zugehörigkeit des Landes bis zum Inn zur Erzdiozöse Salzburg hinweisen. Und schließlich kann auch auf die akte Tradition verwiesen werden, daß Bischof Rupert von Salzburg(696 - 718) die Kirche von eiselfing geweiht habe, worauf neben dem Patroziumsname die frühe siedlungsgeschichte des Raumes hindeuten kann. Im Jahre 1171 schenkte der Salzburger Bischof Konrad 1 ., nachdem die Besitzung an ihm zurückgefallen waren, Eiselfing zusammen mir Griesstätt an das Kloster Attel, das in seinem Wappen die drei Wecken oder Rauten führt. So spiegel sich im heutigen Gemeindewappen nicht nur die Herrschaftsverhältnisse innerhalb von 150 Jahren im 10./11. Jahrhundert, sondern auch die kirchlichen Zugehörigkeiten bis ins 19. Jahrhundert: Denn Eiselfing gehört nicht nur zum Archidiakonat Baumburg, zum Suffraganbistum Chiemsee und Erzbistum Salzburg, sondern wurde auch bis zur Säkularisation von Attel aus seelsorglich betreut. Das Kloster hatte die Verbindlichkeit, auf die erhaltene Pfarrei, zu der neben Griesstätt eine Reihe weiterer Kirchen und Filialen gehörte, Weltgeistliche zu setzen, die vom Kloster in ihrer Entlohnung nicht nur kurz gehalten wurden, sondern auch dem Convent und der Dienerschaft einen jährlichen Schmaus einschließlich „Osterfladen und Weynacht Zopfen“ schuldig waren. Im 17. Jahrhundert finden sich sowohl Weltpriester als auch Mönche von Attel als Pfarrer von Eiselfing , bis ab dem letzten Drittel des18 Jahrhundert ausschließlich Conventualen von Attel die Seelsorge betreiben. Doch auch nach der Aufhebung des Klosters blieb die jahrhundertealte Verbindung bestehen, indem der letzte Abt von Attel, Dominikus II. Weinberger, (*) als Pfarrer in Eiselfing wirkte und viel Gutes für Gläubige und Gotteshaus tat. So gibt das Gemeindewappen eine fast 1000 jährige kirchengeschichtliche Entwicklung wieder, während der weltliche Bezug, die Zugehörigkeit zum Pflegegericht Kling, der Ortsadel von Eiselfing und den umliegenden Orten (von dem außer Namen kaum etwas bekannt ist) nicht wappenfähig und wappenwürdig war.

(*) Nach Hinweis von Ferdinand Steffan am 31.01.2012 wurde diese Abschrift des Originaltextes der Festschrift wegen Fehlerhaftigkeit in der Aussage um den ursprünglichen Zusatz ("20 Jahre") an dieser Stelle gekürzt.